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start 2004 Juli 2004 19. Juli 2004 wertheim region artikel
 
Besser organisiert als die Europameisterschaft
"1. Weberei Pahl Mountainbike Rennen" war sofort ein voller Erfolg / Lob von allen Seiten

Külsheim. "Die Männer müssen heute Abend ganz schön müde sein", meinte ein Kind vormittags angesichts der Strapazen, die es sich bei zwölf Stunden über Stock und Stein auf einem Zweirad vorstellte. Doch auch ein knappes Dutzend Frauen nahm in verschiedenen Teams das "1. Weberei Pahl 12-Stunden-Mountainbike-Rennen in Külsheim" in Angriff. Der "Event" ist bisher einmalig im Main-Tauber-Kreis, der "Förderverein 2003 des FC Külsheim" setzte diese spektakuläre Idee in die Tat um.

Ziel für die Teams war es, in den 12 Stunden möglichst viele der neun Kilometer langen Runden zu absolvieren und danach so schnell wie möglich ins Ziel zu kommen. Die Fahrer einer Mannschaft traten einzeln und nacheinander auf dem Parcours an. Wann sie sich ablösten, ob nach einer oder mehreren Runden mit jeweils 160 Höhenmetern, blieb den Teams frei gestellt. Es musste aber in der Wechselzone im Stadion geschehen.

Die Streckenführung selbst war mit "Schotter-, Wald- und Wiesenwegen" allgemein beschrieben, dahinter verbargen sich auch knackige Anstiege, enge Passagen im Wald oder schlammige Abfahrten - also von allem das, was ein Mountainbike-Rennen reizvoll macht.

Dr. Thomas Lippert vom Hauptsponsor "Weberei Pahl" und Oberstleutnant Ingolf Marks, Standortältester der Prinz-Eugen-Kaserne, wünschten der Veranstaltung ein gutes Gelingen und schickten acht Einzelstarter, 15 Zweierteams und 27 Viererteams ins Rennen, vom 14-Jährigen bis zum 51-Jährigen, vom Hobbyfahrer bis zu Michael Schröder, Senioren-Vizeweltmeister im Mountainbike-Fahren, als Einzelstarter unterwegs, und Joachim Oechsner, amtierender Bayrischer Meister und letztjähriger Vize-Weltmeister, der in einem Vierer-Team dabei war.

Sie alle hatten stets die anspruchsvolle Aufgabe, aber auch das Ziel vor Augen, nach zwölf Stunden in einigen Bereichen die Grenzen der Leistungsfähigkeit ausgetestet zu haben. Und für Zaungäste bot dieses sportliche Fest Gelegenheit, in den Mountainbike-Rennzirkus hineinzuschnuppern. Die Strecke war zumeist trocken, die Sonne schien fast den ganzen Tag, entsprechend sonnig war auch die Stimmung, auch wenn die Stunden im Sattel immer mehr die Kräfte beanspruchten oder raubten. Konzentration, Geschicklichkeit und Mut waren gefragt, manchmal machte es Mühe, in den richtigen Tretrhythmus zu gelangen.

Wohl alle hatten mit temporären Konditionslücken zu kämpfen, mit technischen Defekten wie gerissenen Ketten, platten Reifen oder gar Stürzen. Es forderte viel Aufmerksamkeit, um heil über die Runden zu kommen. Der selektive Rundkurs lebte aber nicht nur von seinen Anstiegen, auch die rasanten Bergab-Passagen beanspruchten die Aktiven immer wieder bis aufs Äußerste. Die Konzentration war auf der mit Geländefinessen gespickten Strecke fast durchweg auf dem Höhepunkt, ein Fahrfehler konnte stets einen schmerzhaften Sturz zur Folge haben. So berichteten denn auch viele von ungewollten Bodenkontakten, die sich an einigen technisch schwierigen Stellen häuften.

Für die landschaftliche Schönheit des Kurses hatten die Biker bei Temperaturen bis 30 Grad Celsius kaum einen Blick. Der Kampf gegen den inneren Schweinehund stand mehr im Vordergrund. Schlapp machen galt aber nicht, warteten doch in der Wechselzone die Teamkollegen. Nach einer oder mehreren Runden hieß es ausruhen, Flüssigkeit auffüllen, essen oder man suchte das Gespräch mit den Kollegen über Besonderheiten auf der Strecke.

Für die nötige Power und den Nachschub an Kalorien (und was der Mensch sonst noch so braucht) sorgten neben eigenen Spezialrezepten jeweils 50 Kilogramm Äpfel und Bananen, ein Kubikmeter Wasser zum Trinken, 20 Bleche "Bloatz", drei Dutzend Melonen, ein Dutzend Brote (jede Stunde etwas anderes) sowie 500 selbst gebackene Energieriegel.

Die Zuschauer auf der Strecke und/oder die Streckenposten wussten bei ihren persönlichen Anfeuerungsrufen an den kritischen Teilstrecken unterwegs genau, um was es geht: "Wir woll’n dich kämpfen seh’n!", hieß es da beispielsweise. Was die Cracks denn auch zur Genüge taten. Oft blieb Zeit zu einem kurzen aufmunternden Gespräch: "Mike, wie?" - "Wunderbar!" kam es am Ende der Schlammabfahrt zurück in leicht ironischem Unterton.

Die Strecke erhielt allenthalben Lob ob ihrer Schwierigkeit und ob der Abwechslung, die sie auf den neun Kilometern bot - "echt geil", kommentierten die Fahrer. Die Resonanz bei den Mountain-Bikern geriet durchweg positiv ("super Strecke", "perfekte Organisation", "tolle Atmosphäre"), gut auch die notwendigen Gefahrenhinweise auf der Strecke. Zuschauer meinten, sie fänden das Ganze "schön und interessant" oder auch "grandios".

Waren die Anfeuerungen schon den ganzen Tag über weithin hörbar, so steigerten sich diese Jubelrufe vor allem in den letzten Passagen zum Stakkato. Vielleicht war das mit ein Grund, dass alle Einzelstarter und Teams als "Finisher" am Ende eines anstrengenden Tages das Ziel erreichten, alle kamen durch. Ein "Kopf-Über-Einflug" ins Stadion oder eine Sturzverletzung, die genäht werden musste, waren die Ausnahmen dessen, was das Rote Kreuz zu behandeln hatte, meist blieb es bei vielerlei Schürfwunden.

Etwa 100 Mitarbeiter sorgten dafür, dass die Veranstaltung zu einem super Ereignis werden konnte. Der "Förderverein 2003 des FC Külsheim", erst zehn Monate jung, hat in nur fünf Monaten Vorbereitung wohl ein "Rad-Event" ins Leben gerufen, das in dieser Form besonders ist und keinen Vergleich scheuen braucht.

Lob kam aus höchst berufenem Munde: Joachim Oechsner, unter anderem auch WM-Teilnehmer, meinte, die Europameisterschaft vor kurzem sei nicht so gut organisiert gewesen. Technisch gesehen brauche man an der Strecke nichts ändern, "es kann nicht besser sein".

Petrus jedoch hatte ein sonderbares Timing gewählt: Kurz nach Ende des Rennens begann es leicht zu regnen, das Ende der Siegerehrung versank in den Anfängen eines schweren Gewitters, die geplante "After Race Party" mutierte zu einem Plauderstündchen in der Gerätehalle des Stadions.

Dennoch war auch der Veranstalter mit der Resonanz und dem Ablauf der ersten Auflage des Mountainbike-Rennens als richtig schöner familiärer Veranstaltung in Külsheim zufrieden. Man betonte, der Event sei ohne die vielen Helfer, Sponsoren und genehmigenden Stellen nicht möglich gewesen.

"Wir sehen uns wieder", so die einhellige Meinung aller Teilnehmer - ob Fahrer, Zuschauer oder Veranstalter. hpw

 
 
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