Am Freitag, 16.7.2004, nach Feierabend war es soweit. Das Zelt war vorbereitet , das Auto gepackt und dann noch das Finale der ersten Bergetappe der Tour de France geschaut. Ullrich verlor 2:30 Minuten, also Zieleinlauf geschaut auf die Interviews verzichtet, Zeitverschwendung. Gegen 17:00 Uhr ging es dann auf die Landstraße nach Külsheim zum 12 Stundenrennen. Vor Ort hab ich mich dann mit meinen Mitstreitern Ute und Ingo, vom Team-UI getroffen. Die beiden sind schon zur Mittagszeit mit ihrem Wohnwagen angereist und hatten schon eine Besichtigungsrunde auf der Rennstrecke gefahren. Nachdem die Startnummern montiert und die Räder für den Samstag vorbereitet waren haben wir den Abend gemütlich bei einer Tasse Kaffee ausklingen lassen.

Die Strecke:

Auf dem Papier sah die Strecke mit 9 km Länge und 160 Hm nicht sehr anspruchsvoll aus, die Besichtigungsrunde zeigte mir aber gleich mal das Gegenteil

Es ging los mit einer tiefen Senke aus dem Sportplatzgelände raus. Diese Senke lies die Gabel gleich mal komplett durchschlagen . Über einen Schotteranstieg, der von mir in den ersten Runden recht flott gefahren wurde, ging es auf ein ca 3 Kilometer langes, verwinkeltes Singletrailstück mit kurzen Anstiegen. Dieser Trail war das Herzstück der Runde und es machte unglaublichen Spaß darüber zu rauschen. Weiter ging auf einem Forstweg direkt auf eine schlammige Abfahrt mit sehr tiefen Spurrillen. Ich vermute, jeder Teilnehmer der den Weg benutzte stürzte und bekam eine Schlammpackung. Ich benutzte von der ersten Runde an einen Ausweg rechts des Weges und nach einigen Runden hat sich dieser, als Pfad festgefahren. Anschließend an diese Abfahrt kam ein super Flachstück auf dem man enorm Tempo machen konnte, dieser Waldweg bog dann in einen Singletrail um nach einer engen Rechtskurve in einen kurzen aber steilen Anstieg auf grobem, losen Schotter überzugehen. Dieser Anstieg war für mich eine Schlüsselstelle des Rundkurses denn nach einer 50m flachen Strecke ging es erneut, nun aber auf einem erdigen Waldweg für etwa 400 Meter hoch. Diese Steigung war nicht schwer, aber wenn man zum 5.- oder 6.mal mit Puls 185 da hochfährt tut er ganz schön weh. Die darauf folgende Abfahrt wurde wieder voll genommen und selbst hier wurde voll in die Pedale getreten und Tempo gemacht. Nach einer erneut scharfen Kurve ging es im Wiegetritt über eine Welle auf eine weiteren Graßtrail steil bergab und dann an einem Waldrad entlang dem Sportplatz entgegen. Dort wurde auf der Aschenbahn ein Armband an den nächsten Starter weitergegeben.

Der Samstag:

Nach einer ruhigen Nacht fing für mich der Tag um 7:00 Uhr schon an, ab 7:30 Uhr gab es Frühstück und danach bin ich die Runde mal abgefahren. Pünktlich zurFahrerbesprechung der Rennleitung war ich wieder zurück und dann ging es schon los.

Ingo hatte die Taktik ausgeklügelt: Ingo und ich fuhren zuerst je 2 Runden und Ute 1, das zweimal und danach jeder jeweils eine Runde.

Als erster ging Ingo an den Start, er legte 2 schnelle Runden hin und über gab mir nach 52 Minuten das Armband. Die erste Runde verging wie im Flug, die Beine waren noch frisch aber schon am Anfang der 2 Runde merkte ich, dass es ein schwerer Tag werden sollte. Meine Rundenzeiten hab ich leider nicht (war zu nervös um noch eine Stoppuhr zu starten) aber ich übergab
erschöpft (Durchschnittpuls lag bei 177 für die beiden Runden) an Ute. Sie hatte am Anfang noch sehr viel Respekt vor der Strecke wurde aber mit jeder weiteren Runde schneller!!! Das zweite Rundenpaket hat dann noch einmal sehr wehgetan und war enorm schwer. Danach sind wir auf Einzelrunden umgestiegen. Damit war die Zeit zum Erholen etwa 55 Minuten kürzer, die Fahrzeit betrug aber nur noch ca 25 -27 Minuten. In den Pausen haben wir uns dann ständig verpflegt, vom Veranstalter wurden Isogetränke, Tee, Wasser, Bananen, Äpfel, Kuchen, Energieriegel und belegte Brote bereitgestellt. Die Leute an der Verpflegungsstelle haben sich so rührend um uns gekümmert, das war ganz toll. Gegen 19:46 Uhr ging ich dann auf meine letzte Runde. Beflügelt von dem Gedanken, nur noch 9km dann hat das hier ein Ende, habe ich noch einmal alles gegeben. Im Zielbereich ging es noch einmal über die steile Einfahrt auf die Aschenbahn und mit einem Sprung über die Rampe (Auf einem Anhänger war die Zeitnahme) . Dort wurde ich von einem klasse Publikum empfangen und habe das Armband an Ute übergeben. Sie hatte die Ehre die letzte Runde für unser Team zu fahren und wurde um 20:45 Uhr im Stadion von den Zuschauern mit einen riesigen Applaus empfangen.

Wir haben zu dritt in den 12 Stunden 25 Runden, das sind 225 km und 4000 Hm, zurückgelegt und sind in der Wertung der 4er Mannschaften auf einen 19. Platz gekommen (von 28 4er-Mannschaften).

Ein großes Lob von mir geht an den Veranstalter, den Förderverein 2003 des FC Külsheim e.V. Dies war das erste Rennen und es war so gut durchgeführt, dass ich mich auf die zweite Ausgabe im Jahr 2005 freue. Die Betreuung stimmte, die Verpflegung war einzigartig, die Teilnehmer fanden Zelte im Wechselbereich vor, es gab Zelte zum Übernachten, die Strecke war großartig und gut ausgeschildert, es wurde einfach an fast alles gedacht, macht weiter so.

Leider hat der Verein einige Probleme mit den Behörden und der Genehmigung der Strecke, aber wer die Külsheimer kennen gelernt hat, der weis dass es eine Lösung für die Probleme geben wird.

Bericht auf www.mtb-news.de

Internetseite des Veranstalters

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